Praxisbeispiel: Geschäftsmodell „aus einer Hand“ strukturell aufbauen

Ausgangssituation:

Wie kann eine Kooperation so strukturiert werden, dass sie als Generalunternehmer-Modell marktfähig ist und wirtschaftlich zuverlässig funktioniert? Sechs Handwerksunternehmer gemeinsam mit einem Bausteoffhändler wollten eine Kooperation “Leistung aus einer Hand” mit entsprechendem GU-Modell aufbauen. Eine große Herausforderung ist hierbei immer, dass alle Unternehmer mit unterschiedlichen Vorstellungen ein solches Kooperations-Vorhaben angehen. Jeder der beteiligten Unternehmen hat seine eigene Geschichte, manche über mehrere Generationen und jeder war es gewohnt, bisher alleine oder maximal mit einem Kollegen in der GEschäftsführung sich abzustimmen.

Unser Vorgehen:

Diese Frage steht im Mittelpunkt. Denn ein GU-Modell steht und fällt mit der Klarheit der Rollen-, Haftungs- und Verantwortungsstruktur zwischen den beteiligten Partnern. Nur wenn jeder weiß, wofür er steht und wofür er einsteht, lassen sich Projekte verlässlich abwickeln.

Ebenso entscheidend sind transparente Entscheidungs- und Abstimmungsprozesse – intern wie im gemeinsamen Marktauftritt. Sie sorgen dafür, dass das Modell nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch unter dem Druck realer Projekte stabil bleibt. 

In regelmäßig wiederkehrenden Besprechungsrunden haben wir Schritt für Schritt eine gemeinsame Vorstellung einer solchen Kooperation aufgebaut. Am Beginn stand die präzise Formulierung, was “Leistung aus einer Hand” für die beteiligten Unternehmer bedeutet. Wie formulieren wir diese Positionierung im Markt mit Leben? Eine ganz zentrale Aufgabe hierbei ist:

Wie organisieren wir dieses Leistungsversprechen gegenüber unseren Kunden in der gemeinsam zu bildenden Kooperation? 

Die Herausforderungen, die wir hierbei gelöst haben sind:

  • Klarheit darüber, was genau das Leistungsangebot ausmacht, wo die Grenzen sind, welche Zielgruppe adressiert werden soll mit welchem präzisen Leistungsversprechen, hinter dem alle beteiligten Unternehmer stehen,
  • der Aufbau einer unternehmensübergreifenden “virtuellen” Organisationsstruktur,
  • die Gestaltung der Koordination und Abstimmung zwischen den am Auftrag beteiligten Partnern,
  • die generelle Kommunikation und die Kommunikationswege, um für Klarheit zu sorgen und Missverständnisse und widersprüchliche Absprachen gegenüber Kunden zu verhindern,
  • die Festlegung der Prozesse von der Kundenanfrage, über die gemeinsame Angebotsabgabe, Beauftragung, Abwicklung bis zur Abnahme, Schlussrechnung und internen Verrechnung zu regeln,
  • generell Regeln aufzustellen, wie man auch in kritischen Situationen so intern miteinader verfährt, dass dem Kunden gegenüber immer professionell mit einer Stimme gesprochen wird.

Hierfür wurde von uns eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet, die sämtliche der oben angesprochenen Punkte regelt. Zusätzlich haben wir eine Arbeitsgrundlage für die spätere Erstellung des Gesellschaftsvertrags durch einen Notar gelegt. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der Notar in 12 von 13 Punkten unseren Vorarbeiten entsprochen hat, in einem Punkt hatte er eine sehr hilfreiche ergänzende Idee. 

Ergebnis:

Die Kooperation agiert erfolgreich am Markt. Die organisatorische Basis ist gelegt, die einen professionellen Marktauftritt trägt und profitable Projektabwicklung dauerhaft ermöglicht. Im Laufe der Zeit ist die Kooperation auf 10 Mitgliedsbetriebe angewachsen. 

Durch unsere Moderation und Erfahrung im Aufbau von Kooperationen konnte dieses Projekt innerhalb eines halben Jahres an den Start gehen. Der nachhaltige Erfolg einer solchen Kooperation hängt letztendlich stark am Engagement und der Prioritätensetzung der Beteiligten.

Die Erfahrung von Ralph Schlüter findet sich nicht in weiteren Referenzen bei TEAMSCHLÜTER, da er diese Erfahrung als Projektleiter am Institut für Unternehmensführung der HWK Düsseldorf gesammelt hatte. Dort verantwortete er den Bereich innovativer Geschäftsmodelle in der Baubranche.  

Die Aussage der beteiligten Unternehmer:

"Wir bedanken uns bei Herrn Schlüter für die sehr gute und intensive Zusammenarbeit. Wir hatten bei unseren Treffen immer wieder lange und lebhafte Diskussionen, die nicht immer leicht zu moderieren und strukturieren waren. Seine Erfahrung hat uns sehr geholfen, viele Details zu klären, wie wir uns aufstellen, wie wir am besten zusammenarbeiten, welche Regelungen wir uns geben und wie wir am besten Risiken vorbeugen. Seine Vorarbeiten zum Vertragsentwurf waren so gut, dass sie fast vollständig vom Notar übernommen werden konnten. Danke für das Engagement!"

Gesamtfeedback der beteiligten Unternehmensinhaber