Praxisbeispiel: Organisationsentwicklung für die neue Marktpositionierung
Ausgangssituation: Zielbild, Mission und Alltagserfahrung in Einklang bringen
Das Unternehmen stand vor einer zentralen Frage: Entspricht das definierte Zielbild tatsächlich den alltäglichen Erfahrungen der Mitarbeitenden? Im Zuge einer geplanten Neuausrichtung von Marktpositionierung, Unternehmensstrategie und Mission beauftragte das Unternehmen zunächst eine Marketing-Agentur mit der Entwicklung eines neuen Markenbilds.
Unsere Aufgabe bestand darin, zu analysieren, inwieweit Kongruenz zwischen dem neuen Zielbild (Mission, Selbstverständnis und Werte) einerseits und dem tatsächlichen alltäglichen Handeln und der gelebten Kultur andererseits besteht.
Ziel war es, mögliche Abweichungen sichtbar zu machen und Ansatzpunkte für eine gezielte Organisationsentwicklung zu identifizieren, um Strategie, Kultur und Prozesse wirksam aufeinander abzustimmen.
Unser Vorgehen: Analyse von Kultur, Strukturen und Prozessen für eine stimmige Strategieumsetzung
1. Individueller Zielbild-Check und Datenerhebung
Im ersten Schritt entwickelten wir einen unternehmensspezifischen Check zur Abstimmung von Strategie und Alltagshandeln, der die zentrale Frage prüfte: „Inwieweit wird das neue Zielbild bereits im Alltag gelebt und umgesetzt?“
Die Analyse umfasste die Themenfelder Struktur, Unternehmenskultur, Führungsverständnis, Kooperationsverhalten, Kommunikation, Transparenz und Agilität. Mitarbeitende konnten den Fragebogen wahlweise anonym oder namentlich ausfüllen. Zusätzlich wurde abgefragt, wer bereit war, an einem persönlichen Interview teilzunehmen. Durch eine transparente Informationspolitik konnten mögliche Vorbehalte in der Belegschaft weitgehend abgebaut werden.
Das Ergebnis: Rund die Hälfte der Mitarbeitenden beteiligte sich an der Befragung, ein Drittel davon nahm zusätzlich an vertiefenden Interviews teil – eine solide Grundlage für eine fundierte Organisationsanalyse.
2. Intelligentes Fragebogendesign und 360-Grad-Perspektive
Der Check zu Kultur, Strukturen und Prozessen wurde durch qualitative Interviews ergänzt. Dabei kamen indirekte systemische Fragetechniken zum Einsatz: Statt direkt nach Werten oder Einschätzungen zu fragen, wurden Alltagssituationen beschrieben und reflektiert.
Diese Methode führte zu einer hohen Offenheit und Authentizität in den Gesprächen. Es entstand ein ehrliches und konstruktives Bild des tatsächlichen Miteinanders im Arbeitsalltag. Die Interviews wurden bereichsübergreifend und hierarchieoffen geführt – so entstand eine 360-Grad-Sicht auf Organisation und Kultur.
Besonders wertvoll waren die positiven Geschichten der Mitarbeitenden über ihr Unternehmen.
Diese emotionalen Erfahrungsberichte eigneten sich hervorragend zur Identitätsstärkung und Bildung der Arbeitgebermarke im Zuge der neuen Marktpositionierung.
3. Workshops und systemische Auswertung
Auf Basis der Interviews wurden mehrere Workshops durchgeführt, um die Ergebnisse gemeinsam zu reflektieren. Dabei wurde das Zusammenspiel von Struktur, Kultur und Kommunikation deutlich sichtbar.
Die Mitarbeitenden erkannten, wie wichtig ihre alltäglichen Handlungen und Haltungen für die Umsetzung der neuen Strategie sind. Diese gemeinsame Reflexion förderte das Verständnis für die Unternehmensziele und legte den Grundstein für eine organisationsweite Entwicklungskultur.
Ergebnisse: Handlungsleitfaden für die Strategieumsetzung in der Organisation
Die Ergebnisse wurden in einem umfassenden Abschlussbericht dokumentiert, im Projektgremium vorgestellt und in einem Handlungsleitfaden zusammengefasst. Dieser zeigte klar auf, wo das Unternehmen im Entwicklungsprozess steht und an welchen Stellen noch Lücken zwischen Zielbild und gelebter Praxis noch zu schließen ist.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Ein externer, unvoreingenommener Blick bringt Objektivität und Qualität in den Entwicklungsprozess.
- Mitarbeitende äußern sich offener, wenn die Reflexion durch externe Moderation erfolgt.
- Die Einbindung der gesamten Belegschaft stärkt Motivation, Identifikation und Akzeptanz der neuen Unternehmensstrategie.
Was auf den ersten Blick wie ein „Soft-Facts-Thema“ wirkt, ist in Wahrheit wirtschaftlich hoch relevant.
Denn Zielbilder, die im Alltag nicht verstanden, akzeptiert oder gelebt werden, führen langfristig zu Ineffizienzen:
- Vorgaben und Prozesse werden umgangen,
- Mitarbeitende verlieren Motivation,
- informelle Kommunikation („Flurfunk“) nimmt zu,
- die Glaubwürdigkeit der Unternehmensführung und Marke leidet.
Unser Kunde sagt:
„TEAMSCHLÜTER hat über einen Zeitraum von drei Monaten in unserem Haus eine Analyse durchgeführt, inwieweit eine Übereinstimmung zwischen unserer neuen Markenstrategie einerseits und dem täglichen Handeln der Mitarbeitenden andererseits besteht. Anhand eines individuell gemeinsam mit uns erarbeiteten fundierten Checks und zahlreichen Interviews in der Belegschaft zu gelebten Prozessen, Strukturen und der Kultur des Miteinanders haben wir hierzu ein detailliertes Bild erhalten.
Das Ergebnis und die Handlungsempfehlungen haben uns sehr präzise geholfen zu erkennen, wo wir stehen und an welchen Stellen wir noch die Lücke zwischen dem neuen Zielbild und dem alltäglichen Verständnis und Handeln unserer Mitarbeitenden schließen durften.
Die Zusammenarbeit mit TEAMSCHLÜTER war sehr angenehm und konstruktiv.“
Christof Schotten, Geschäftsführer INOMETA GmbH
Unser Beratungsverständnis: Organisationsentwicklung als Schlüssel zur wirksamen Strategieumsetzung
Die gezielte Organisationsentwicklung stellte sicher, dass die neue Marktpositionierung und Unternehmensstrategie nicht nur auf dem Papier existieren, sondern im Alltag erlebbar und wirksam werden.
Durch die Verbindung von Analyse, Mitarbeiterbeteiligung und systemischem Vorgehen konnte das Unternehmen die kulturellen und strukturellen Voraussetzungen schaffen, um das Zielbild nachhaltig in der Organisation zu verankern.
Das Ergebnis: Eine Organisation, die ihre Werte lebt, ihre Strategie versteht und ihre Zukunft aktiv gestaltet.