Praxisbeispiel: Führungsstruktur für wirksamen Change neu ausrichten
Ausgangssituation: Rollen, Erwartungen und Entscheidungswege so klären, dass strategische Veränderungen verbindlich umgesetzt werden
Nach dem Gewinn einer großen Ausschreibung im öffentlichen Nahverkehr stand die Verkehrsgesellschaft vor erheblichen strukturellen und kulturellen Veränderungen. Mit der neuen Betriebsverantwortung veränderten sich Aufbauorganisation, Verantwortungsbereiche und Kommunikationswege – ein Prozess, der viele Mitarbeitende vor große Herausforderungen stellte.
Im Führungskreis der Nahverkehrsgesellschaft führten ungeklärte Erwartungen, Reibungspunkte und fehlende Abstimmungslogiken dazu, dass strategische Veränderungen nicht die gewünschte Wirkung entfalteten. Der Change-Prozess geriet ins Stocken, bevor er richtig greifen konnte.
Ziel des Projekts war es, die Führungs- und Entscheidungsstrukturen so zu klären, dass die Organisation wieder handlungsfähig wurde und Veränderung konsequent umgesetzt werden konnte.
Unser Vorgehen: Analyse der Herausforderungen und Stärkung des Führungsteams
1. Identifikation der Belastungspunkte und Erwartungen
Im ersten Schritt führten wir Einzelinterviews mit den Führungskräften durch. Dabei wurden die individuellen Belastungen, Sorgen, Erwartungen und persönlichen Ziele offen besprochen. Die Interviews machten deutlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen innerhalb des Teams waren – insbesondere in Bezug auf Verantwortung, Kommunikation und Entscheidungsprozesse.
Parallel fanden Gespräche mit Vertretern der Geschäftsleitung statt, um die organisatorischen und strategischen Rahmenbedingungen zu analysieren. Dabei wurde deutlich, dass sich die Strukturen im Zuge der Ausschreibung kontinuierlich weiterentwickelten – ein permanenter Wandel, der aktiv gestaltet werden musste.
2. Workshop zur Teamentwicklung und Kommunikationskultur
Im Anschluss wurde ein Workshop mit dem gesamten Führungsteam durchgeführt. Ziel war es, auf Basis der gesammelten Erkenntnisse aus den Interviews die zentrale Herausforderung – Kommunikation und Zusammenarbeit – gezielt anzugehen.
Mithilfe von Moderation, Gruppenarbeit und offenem Austausch wurden die wesentlichen Knackpunkte und Zielvorstellungen erarbeitet. Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung einer respektvollen Streitkultur – als Voraussetzung für konstruktive Diskussionen und Entscheidungen im Führungskreis.
Im Nachgang bereiteten wir die Ergebnisse auf und stellten sie in einem Folge-Workshop mit der Geschäftsführung in Form einer Roadmap für die weitere Organisationsentwicklung vor.
Ergebnis: Mehr Vertrauen, bessere Kommunikation, gestärkte Führung
Trotz pandemiebedingter Einschränkungen und hoher Krankenstände konnte der hybride Beratungsprozess nachhaltige Wirkung entfalten.
Konkrete Wirkungen im Alltag:
Gestärktes Vertrauen im Führungsteam: Die Führungskräfte arbeiten heute auf einer gemeinsamen Grundlage, Entscheidungen werden transparenter und abgestimmter getroffen.
Verbesserte interne Kommunikation: Neue Kommunikationsstrukturen sorgen für klarere Informationsströme zwischen Teams, was Redundanzen reduziert und Reibungsverluste minimiert.
Rollen- und Verantwortungsverständnis geschärft: Führungskräfte definieren ihre Rolle mit Blick auf strategische Prioritäten und können operativ klarer steuern.
Offener Dialog als neue Norm: Herausforderungen werden frühzeitig angesprochen und gemeinsam bearbeitet statt intern „auszusitzen“, was Entscheidungen beschleunigt.
Der Beratungsergebnis zeigte eindrucksvoll: Kulturelle Veränderungen sind nur dann erfolgreich, wenn die Erwartungen und strukturellen Rahmenbedingungen geklärt sind. Durch gezielte Teamentwicklung, transparente Kommunikation und eine klare Roadmap konnte die Organisation die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.
Unser Kunde sagt:
„Wir möchten uns ganz herzlich bei Ihnen und ihrer Kollegin – auch im Namen der Geschäftsbereichsleitungen – für Ihren Einsatz und die gute Arbeit bedanken.“
Geschäftsleitung
Fazit: Miteinander reden statt übereinander ist Voraussetzung erfolgreicher Veränderung
Dieses Praxisbeispiel verdeutlicht, dass strukturelle und kulturelle Herausforderungen nach einer gewonnenen Ausschreibung weit über organisatorische Anpassungen hinausgehen. Erfolgreiches Change-Management bedeutet, Menschen in Veränderungsprozesse einzubeziehen, Vertrauen zu schaffen und Führung zu stärken.
Mit einer Kombination aus Analyse, Moderation und gezielter Teamentwicklung gelang es, Offenheit und Akzeptanz gegenüber Veränderungen zu fördern – und aus einem herausfordernden Wandel eine gemeinsame Entwicklungsreise zu machen.