Praxisbeispiel: Wettbewerbsfähigkeit strukturell stärken

Ausgangssituation: Kosten, Qualität und Lieferfähigkeit so ausrichten, dass strategisch relevante Großkunden langfristig abgesichert werden

Steigende Kosten, hohe Ausschussquoten und ineffiziente Abläufe gefährdeten die wirtschaftliche Stabilität des Standorts. Gleichzeitig standen strategisch wichtige Großkunden auf dem Prüfstand – Lieferfähigkeit, Qualität und Reaktionsgeschwindigkeit waren entscheidend für die zukünftige Marktposition. Ziel war es, die Organisation so neu auszurichten, dass Wettbewerbsfähigkeit und Kundenbindung strukturell abgesichert werden.

Die erste Reaktion bestand darin, Rationalisierungspotenziale und Einsparpotenziale zu identifizieren, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern und flexibel auf Marktschwankungen reagieren zu können.

Vier Personen mit Schutzhelmen und Warnwesten stehen in einer Produktionshalle und führen ein Gespräch vor einer Maschine.

Unser Vorgehen: Ganzheitliche Betrachtung von Prozessen, Führung und Kommunikation

1. Zielklärung, Vertrauensaufbau, Analyse der zentralen Prozesse

Ziel war es, nicht nur Kosten zu senken, sondern das Unternehmen strukturell zu stärken und Prozessoptimierungen nachhaltig zu verankern. Unser Ansatz: Hinhören, beobachten, nachfragen – und Führungskräfte sowie Mitarbeitende in einen offenen Dialog bringen. So entstanden Vertrauen, Akzeptanz und der Raum für praxisnahe, umsetzbare Lösungen.

Wir analysierten die Kern-, Unterstützungs- und Führungsprozesse sowie Informationsflüsse und Dokumentationswege. Prozesse wurden beobachtet und abgegangen, Auffälligkeiten wurden hinterfragt. Dazu führten wir strukturierte Interviews auf allen Ebenen – von der Werkhalle bis zur Geschäftsführung. Ziel war ein umfassendes Bild, das nicht nur Symptome, sondern Ursachen aufzeigt und das tatsächliche Rationalisierungspotenzial sichtbar macht.

2. Analyse der Strukturen, Schnittstellen und Kommunikation

Häufig sind die Probleme nicht nur in Prozessen, bzw. der Abweichung von definierten Prozessen zu finden, sondern in der Aufbauorganisation, Abteilungsbildung Regelungen der Zuständigkeiten. Augenfällig werden diese Probleme an den Schnittstellen. Deshalb wurden die Schnittstellen zu angrenzenden Bereichen und bei den Schichtübergaben wurden analysiert. 

Die Untersuchung ergab weitere zentrale Ansatzpunkte zur Optimierung:

 

  • Fehlende Regelungen in Strukturen, Zuständigkeiten und Prozessen
  • Unklare Kommunikation und mangelnde Abstimmung an Schnittstellen
  • Medienbrüche durch händische Vorgänge und unzureichende IT-Unterstützung
  • Kommunikationsdefizite und unklare Führungskultur

Mit unserem 4-Sichtweisen-Ansatz – Prozesse, Strukturen, IT-Systeme und Kommunikation – konnten wir die Ursachen systematisch aufdecken und nachhaltige Lösungen entwickeln.

3. Strukturierung der Ergebnisse

Im Verlauf der Untersuchung wurde deutlich, dass das eigentliche Thema über reine Kostensenkung hinausging. Es ging um mehr Wirtschaftlichkeit, Flexibilität und eine bessere Kommunikation zwischen den Bereichen. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden im nächsten Schritt strukturiert und die Ursachen präzise aufgezeigt.

Die Analyse zeigte mehrere Kernprobleme auf:

  • Ausschuss und Nacharbeit aufgrund nicht-optimaler Qualitäts- und Prüfplanung: Einzelne Fertigungsschritte wiesen minimale Toleranzabweichungen auf, die sich summierten. In der Endmontage führten sie zu aufwendiger Nacharbeit oder Ausschuss – ein direktes Einsparpotenzial blieb ungenutzt.
  • Personaleinsparungen an der falschen Stelle - fehlende Beobachtung erfahrener Mitarbeiter: Zur vermeintlichen Effizienzsteigerung wurden Mitarbeitende an langen Fertigungslinien eingespart. Genau diese Fachkräfte waren jedoch in der Lage, frühzeitig Störungen zu erkennen – ein Verlust an Know-how, der Kosten verursachte.
  • Unstrukturierter Einkauf und Lagerhaltung aufgrund nicht geklärter Zuständigkeiten: Die Analyse zeigte Beschaffungsgüter mit Lagerreichweiten von größer einem Jahren, obwohl es sich um unkritische Standardgüter handelt. Mehrere Abteilungen lösten parallel Bestellungen aus, ohne Abstimmung. Überfüllte Lager mit Alt- und Schrottteilen führten zu Unübersichtlichkeit und zusätzlichem Arbeitsaufwand.
  • Unkoordinierte Produktions- und Liefertermine: Fehlende Abstimmung zwischen Fertigung, innerbetrieblicher Logistik und Versand verursachte Engpässe, aufwändige Umlagerungen und vermeidbare Zusatzarbeit. Hierdurch wurden personelle Ressourcen gebunden, die an anderer Stelle fehlten. 

4. Handlungsempfehlungen und praxisnahe Umsetzung

Auf Grundlage der Schritte 1 bis 3 haben wir einen Kurzbericht der Ergebnisse, mit detaillierten Handlungsempfehlungen und einer Roadmap mit empfohlener Vorgehensweise und Priorisierung der Umsetzung erstellt, präsentiert und besprochen. Gemeinsam mit der Geschäftsführung und Leitungsebene wurden konkrete Maßnahmen eingeleitet, um die erarbeiteten Erkenntnisse schnell in die Praxis zu bringen:

  • Verbindliche Strukturen schaffen: Klare Verantwortlichkeiten und nachvollziehbare Prozesse.
  • Abstimmung verbessern: Regelmäßige Kommunikationsrunden zwischen den Bereichen.
  • Klarheit und Übersichtlichkeit fördern: Prozesse so gestalten, dass sie verstanden und gelebt werden.
  • Führungskompetenzen ausbauen: Führungskräfte in ihrer Kommunikations- und Entscheidungskompetenz stärken.

Diese Maßnahmen sorgten für unmittelbare Wirkung – verbesserte Zusammenarbeit, effizientere Abläufe und eine deutliche Senkung von Kosten- und Ausschussquoten.

Ergebnis: Konkreter Handlungsplan und messbares Einsparpotenzial

Am Ende des Projekts stand ein priorisierter und sofort umsetzbarer Maßnahmenplan mit einem identifizierten Einsparpotenzial von rund 300.000 EUR pro Jahr. Dieses Potenzial ergab sich aus mehreren strukturellen Optimierungshebeln:

Personal & Einsatzsteuerung

  • Reduzierung krankheitsbedingter Ausfallrisiken durch gezielte Kompetenzentwicklung
  • Aufbau eines flexiblen Springerpools für die vier Produktionsbereiche
  • Reduzierung externer Leiharbeit durch bessere interne Einsatzplanung mittels einer Kompetenzmatrix und “Job-Familien”

→ Ergebnis: höhere Produktionsstabilität bei gleichzeitig geringeren Personalkosten.

Produktions- und Qualitätsoptimierung

  • Verbesserung der fertigungsbegleitenden Qualitätsprüfungen
  • Realistische Senkung der Ausschussquote um bis zu 60 %
  • Reduzierung kostenintensiver Fehlproduktionen – insbesondere in Fertigungsstufen, in denen Nacharbeit technisch nicht mehr möglich ist

→ Ergebnis: deutliche Senkung material- und produktionsbedingter Verlustkosten.

Bestands- und Auftragssteuerung

  • Optimierung des Bestellwesens
  • Reduzierung von Überbeständen im Eingangs-, Zwischen- und Ausgangslager
  • Bessere Priorisierung bei der Auftragseinplanung und Serienfertigung

→ Ergebnis: gebundenes Kapital wird reduziert, Planungssicherheit erhöht.

Prozess- und Dokumentationsqualität

  • Strukturierte Schichtübergaben
  • Verbesserte auftragsbegleitende Dokumentation
  • Klare Verantwortlichkeiten in der Produktionssteuerung

→ Ergebnis: weniger Informationsverluste, geringere Reibungsverluste und höhere Transparenz.

Strategische Wirkung

Die Kombination dieser Maßnahmen stärkt nicht nur kurzfristig die Wirtschaftlichkeit, sondern erhöht langfristig die operative Resilienz des Standorts. Das Unternehmen verfügt nun über:

  • eine belastbare Transparenz zu Ausfall- und Qualitätsrisiken
  • strukturierte Personalentwicklungs- und Einsatzmodelle
  • klar priorisierte Umsetzungsschritte mit wirtschaftlicher Wirkung
  • Die Ergebnisse wurden mit der Geschäftsleitung priorisiert und in konkrete Umsetzungsmaßnahmen überführt.

Unser Kunde sagt:

„Die Zusammenarbeit mit TEAMSCHLÜTER war zuverlässig, professionell und transparent. Das Projekt wurde, wie von uns gewünscht, zügig und mit spürbarem Einsatz vorangetrieben. Die eingebundenen Mitarbeiter haben mir ebenfalls unabhängig voneinander sehr positive Rückmeldungen gegeben.“

Andreas Wimbert, Produktionsleiter

Unser Beratungsverständnis: Nachhaltige Umsetzung

Der Erfolg eines Beratungsprojekts endet nicht mit dem Aufzeigen von Optimierungspotenzialen und der Umsetzung in den Alltag. Oft genug hören wir, wie positive Effekte nach einiger Zeit wieder verpuffen. Damit die erzielten Ergebnisse dauerhaft wirken, begleiten wir die interne Umsetzung weiter. Ein interner Projektverantwortlicher steuert die Maßnahmen, während wir in kurzen Workshops zur Priorisierung und Feinabstimmung unterstützen. So bleibt das Unternehmen auch nach Abschluss des Projekts auf Kurs.
 

zurück