Praxisbeispiel: Workshops zur Einführung BSC und KPI
Ausgangssituation:
Das St. Johannisstift hatte sich zum Ziel gesetzt, ihre Häuser stärker unternehmerisch, strategisch und wirtschaftlich zu führen. Die Themen Ausrichtung und stärkere Kostenorientierung spielen insgesamt in der Gesundheitswirtschaft eine zunehmende Rolle. In der Gesamtleitungsebene wurde die Zielsetzung und Strategie erarbeitet. Jetzt stand man vor der Herausforderung, diese in die Belegschaft hineinzutragen und mit Verbindlichkeit umzusetzen. Als Instrument wurde hierzu die Balanced Scorecard ausgewählt.
Unser Vorgehen:
Unsere Aufgabe war, die BSC in die Fläche zu bringen, zu Verständnis zu entwickeln und bereichsbezogene Umsetzungsvorschläge zu diskutieren und zu erarbeiten. Voraussetzung für das Verständnis der BSC war, dass den Mitarbeitenden erst einmal ein grundlegendes wirtschaftliches Verständnis zu vermitteln. Für die Trainings und Workshops erarbeiteten wir ein Gesamtkonzept, dass wir in Feedbackschleifen konkretisieren und ausarbeiteten.
Der Einstieg war bestimmt von Vertrauensaufbau und Abbau von Vorbehalten und Befürchtungen. Am ersten Tag ging es direkt sehr lebhat hin und her. Die Diskussionen waren zum Teil hitzig und emotionsgeladen. Unsere Aufgabe war Verständnis zu entwickeln, Raum für Sorgen und Kritik zu geben und auch für ruhige und sachliche Diskussionen, die sich im Tageverlauf mehr und mehr einstellten. Die Gruppe war sehr heterogen vom Chefarzt bis zur Pflegeteamleitung. Entsprechend unterschiedlich waren die Bedürfnisse nach Klärung und Mitgestaltung.
Es wurden dann wirtschaftliche Aspekte und Notwendigkeiten in der Führung von Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern besprochen und auf den konkreten Alltag übertragen. Anschließend wurde die Balanced Scorecard Schritt für Schritt vorgestellt und praxisnah angewendet. Workshops schufen ein gemeinsames Steuerungsverständnis vom Chefarzt bis zur Pflegedienstleitung. Ergänzend vermittelten Trainings zu Zielsetzung, Planung und Steuerung sowie die Entwicklung relevanter KPIs eine wirksame Bereichs- und Unternehmenssteuerung.
Ergebnis:
Die Befürchungen und Bedenken konnten nicht komplett ausgeräumt werden. Alles andere wäre gelogen. Diese werden sich erst nach und nach über einen langeren Praxiszeitraum legen oder vielleicht auc an der einen oder anderen Stelle verstärken.
Wir konnten aber eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der ein gutes und vertrauensvolles Arbeiten ermöglicht wurde. Die Beteiligten haben für sich ein erstes sehr konkretes Verständnis für die Ein- und Auswirkungen der BSC für ihren jeweiligen Bereich erfahren, indem sie selbst die Logik für ihre Bereiche durchdacht haben:
- Wie definiere ich meine Bereichs-Zielsetzung, um zum Gesamterfolg beitragen zu können?
- Wie kann ich meine Ziele messen und steuern?
- Welche Maßnahmen können wir in der nächsten Zeit in Angriff nehmen, mit denen wir uns Schritt für Schritt in diese Richtung entwickeln können?
- Wie können wir die Mitarbeitenden in unseren Bereichen mitnehmen?
Feedback J. Grosser:
"Vielen Dank für Ihr Konzept und das Training. [...] Aus meiner Sicht ist es der richtige Ansatz, und Sie haben meine Gedanken und Wünsche richtig gut umgesetzt. [...]."
Jürgen Grosser, Geschäftsführung, Bildungscampus